ÖPP und Mittelstand
Öffentlich Private Partnerschaften sind auch für den Mittelstand ein zukunftsweisendes Geschäftsfeld.
Die bis Ende 2010 vergebenen 158 Projekten im öffentlichen Hochbau wurden 80 direkt an den Mittelstand oder mittelständische Bietergemeinschaften vergeben. Dies entspricht einen Investitionsvolumen von über einer Milliarde Euro.
Darüber hinaus ist die Beteiligung des Mittelstandes am Gesamtauftragsvolumen entscheidend größer. Dies belegte eine Studie der Universität Stuttgart und des Karlsruher Instituts für Technologie aus dem Jahr 2010 zur Beteiligung an Projekten nach dem ÖPP-Modell.
"Die Finanzierung und Durchführung von Bauprojekten über das sogenannte Public Private Partnership (PPP) ist im Interesse mittelständischer Unternehmen. Dies zeigt sich nicht nur an der mit 83 Prozent überdurchschnittlichen Beteiligung des Mittelstands am gesamten ÖPP-Bauauftragsvolumen. Vielmehr geben die Mittelständler selbst ÖPP gute Noten.“ bestätigte der ehemalie baden-württembergische Wirtschaftsminister Ernst Pfister.
Im Rahmen der vom Wirtschaftsministerium in Auftrag gegebenen wissenschaftlichen Studie sind ÖPP-Vorhaben mit Projekten verglichen worden, die konventionell losweise vergeben wurden. Pfister: „Es hat sich gezeigt, dass die mittelständischen Unternehmen mit ÖPP zufrieden sind. Ein weiteres Ergebnis ist, dass ÖPP mindestens so mittelstandsfreundlich wie die konventionelle Einzelvergabe ist.“ Laut Studie sind die mittelständischen Betriebe am gesamten Bauauftragsvolumen der ÖPP-Projekte mit durchschnittlich 83 Prozent beteiligt, bei den losweise vergebenen Projekten mit 81 Prozent. Die befragten Mittelständler haben die Projekte auch bewertet und Schulnoten zwischen eins und sechs für die Kriterien Vergütung, Zahlungsmoral, Terminvorgaben und Projektablauf vergeben. Die ÖPP-Projekte wurden von den mittelständischen Unternehmen durchschnittlich mit der Gesamtnote 2,4 beurteilt, die konventionell losweise vergebenen Projekte haben die Mittelständler mit 2,6 bewertet. Speziell die Höhe der Vergütung wurde sowohl bei den ÖPP-Projekten als auch bei den konventionellen Projekten mit befriedigend beurteilt. Bei der Zahlungsmoral der Auftraggeber schnitt ÖPP mit der Note 1,9 besser als die konventionell realisierten Projekte ab, die mit 2,6 benotet wurden.
Die mittelständischen Nachunternehmen, die an PPP-Projekten beteiligt sind, äußerten sich auch zufrieden über die Zusammenarbeit mit den Hauptunternehmen, die anders als bei der konventionellen Realisierung auf Langfristigkeit angelegt sei. Die Mittelständler betonten, dass PPP in der Betriebsphase den großen Vorteil habe, dass es Aufträge aufgrund der gesicherten laufenden Instandhaltung gebe. Bei der konventionellen öffentlichen Eigenrealisierung werde dagegen die Instandhaltung oft vernachlässigt mit der Folge, dass Aufträge für den Mittelstand ausblieben.
Grundlagenarbeit der ÖPP Deutschland AG "ÖPP und Mittelstand"



