Verkehr Vorurteil 9

Am Ende werden sich die Investoren doch nur die rentablen Projekte heraussuchen. Die unrentablen Strecken bleiben auf der Strecke. Von einer solchen „Rosinenpickerei“ halte ich nichts.

Antwort: Was ist eigentlich gegen das „Rosinenpicken“ einzuwenden? Im Grunde heißt das doch nur, dass private Investoren ihr Kapital auf Strecken konzentrieren, die eine hohe Verkehrsbelastung aufweisen. Also auf typische Staustrecken, die unbedingt entschärft werden müssen.

Der Politik müsste eine solche Projektauswahl geradezu entgegenkommen. Und das gleich aus mehreren Gründen:

(1) Das private Kapital wird automatisch in die Projekte gelenkt, die eine große Dinglichkeit aufweisen.

(2) Anders als bei weniger befahrenen Strecken muss hier keine zusätzliche staatliche Anschubfinanzierung aufgebracht werden.

(3) Durch die vollständig private Finanzierung dieser Strecken werden staatliche Mittel frei, die in Projekten eingesetzt werden können, die weniger Verkehr aufweisen, aber mit Blick auf die Erschließung von Regionen oder die Anwendung ländlicher Räume von besonderer regionalpolitischer Bedeutung sind. Bislang werden diese Projekte eher vernachlässigt.

Mit anderen Worten: Private Autobahnen machen im Grunde unsere Verkehrspolitiker erst wieder politikfähig. Es können erst jetzt wieder regionalpolitische Akzente gesetzt werden, auf die bislang aus Mangel an Investitionsmitteln verzichtet werden musste.

Entwicklung ÖPP im Verkehrsbereich

 

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Informationsbroschüre des BMVBS zu ÖPP A-Modellen

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